Unbekannter Benutzer [anmelden]

Wie schmeckt Whisky

Die Antwort „gut“ wäre sicher ein wenig zu kurz gegriffen, obwohl sie jemandem, der Whisky mag, auf der Tastatur liegt, denn meistens beginnt es doch mit einem Erlebnis, das alles andere als gut oder schön ist, sondern mehr mit Hollywood-Männlichkeit zu tun hat.

Der erste Whisky, den der Autor getrunken hat, war einfach nur scharf und brannte höllisch. Das Ergebnis war ein Gesicht, wie es immer wieder in alten Western zu sehen ist, wenn die richtig harten Jungs todesmutig so einen Teufelsschluck in ihre Gedärme stürzen.

Dabei blieb es eine Weile, denn Whiskytrinken war zu der Zeit mehr der Beweis, dass man erwachsen ist (oder sein wollte), denn ein angenehmes geschmackliches Erlebnis.

Dann kam irgendwann der erste Schluck Malt Whisky und von dem Moment an bekam Whisky einen völlig anderen Stellenwert auf der Richter-Skala geschmacklicher Erschütterungen.

Das, was dort den ganzen Mund mit noch nie zuvor erlebter Intensität ausfüllte, die Zunge leicht zittern und im Mund etwas ablaufen ließ, das so komplex war, so viele geschmackliche Erlebnisse in einem relativ kurzen Moment ablaufen ließ und schließlich über den Hals und die Nase beim Ausatmen noch einmal ganz andere Nuancen präsentierte, war so anders und so beeindruckend, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein konnte, wann die nächsten Flaschen gekauft wurden, Literatur besorgt, eine Reise nach Schottland geplant und dann auch durchgeführt wurde – so kann Whisky schmecken.

Jeder Mensch erlebt Geschmack anders – dieser Satz ist so hell wie das Sonnenlicht und doch geht hier ein jeder zurück in den Schatten – aus Angst vor den Folgen (Nietzsche entschuldigt hoffentlich das Ausborgen dieser Formulierung).

Versuche Geschmäcker zu normen hat es ausreichend gegeben, mehr oder minder erfolgreich. Es ist immer nur ein unzureichender Versuch und mehr ist auch dieser nicht, eine Art Anleitung mit ein paar Geschmacksnoten, von denen man annehmen könnte, dass sie ähnlich von vielen Menschen empfunden werden und gut geeignet sind, den Geschmack von Whisky zu beschreiben:

·          Torf/Rauch

·          Holz

·          Gewürz

·          Frucht

·          Süße

·          Blumigkeit

·          Getreide

·          Alkohol

Da es sich dabei um sehr grobe Kategorien handelt, ist eine weitere Verfeinerung und Konkretisierung sicher nützlich. Jeder Aspekt ist also noch einmal aufgeteilt: