Wo kann ich am meisten über Whisky lernen
In einer Distillery – so die kompromisslose Antwort. Die Qualität der normalen Besuchertouren ist sehr unterschiedlich, es gibt gute und viele schlechte. Ein Tipp: Wer die Mühe auf sich nimmt und Destillerien direkt anschreibt, erklärt warum und wieso er/sie gerne mehr erfahren möchte, als auf einer normalen Tour vermittelt wird, kann Glück haben und eine „Spezialtour“ bekommen, auf der mehr Wissen vermittelt wird als in zehn Büchern, die ansonsten eine gute Vorbereitung sind (siehe auch Seite 90). Die Adressen der Destillerien gibt es z.B. bei www.whiskymania.de im Klubbereich.
Bei einem Tasting, das jemand leitet, der etwas von Whisky versteht, kann man ebenfalls einiges lernen. Wie man vorab erkennen kann, wer etwas von Whisky versteht? Sorry, mehr als ein Achselzucken gibt es zu dieser Frage leider nicht, so ist man erst hinterher schlauer und kann andere warnen oder Empfehlungen weitergeben. Öffentlich ist dies und auch die Nachfrage ob jemand als guter oder schlechter Tastingleiter bekannt ist u.a. im Newsforum bei WHISKY.DE möglich.
Bei einem Händler, der sich Zeit nimmt, lässt sich ebenso manches lernen. Natürlich möchte er auch Whisky verkaufen, aber Händler, die es schon länger gibt und die vorhaben auch noch länger erfolgreich Händler zu sein, werden Wert darauf legen, dem Kunden etwas Passendes zu verkaufen. Also keinen Einsteiger mit einer 300-Euro-Abfüllung einer nicht mehr existierenden Distillery zu „beglücken“, die nur deshalb so teuer ist, weil es nur noch ein paar Flaschen gibt. Eine gute Standardabfüllung mit einer Erklärung, woher der Whisky stammt, welche Besonderheiten die Herstellung und die Distillery aufweisen und auf welche Feinheiten man beim Genießen achten sollte, ist hier vielleicht eine Investition in einen Kunden, der später auch andere, teurere Abfüllung kauft.
Im Internet gibt es durchaus zahlreiche Informationen. Das Problem ist meist ihre chaotische Verbreitung und fehlende Quellennachweise, so dass es schwierig ist, Gerücht von Fakt zu unterscheiden.
Zum einen gibt es Websites, die im Auftrag der großen Hersteller betrieben werden. Hier gibt es im optimalen Fall Angaben zur Herstellung, zum Angebot und zur Geschichte der Distillery. Durchschnittlich sind die Sites allerdings nicht sonderlich interessant, weil man ihnen die Marketingabteilung des Konzerns schnell anmerkt.
Dann gibt es private Sites, die je nach Kompetenz und Zeitbudget des Menschen, der dahinter steht, gut oder weniger gut gemacht sind. In der Regel haben fast alle diese Adressen einen großen Nachteil, sie besitzen eine sehr kurze Halbwertszeit, sprich, nach Monaten oder kurzen Jahren der Pflege versinken sie in der Vergessenheit und sind bald nur noch veraltete Datengräber.
Clubs und Vereine sind die dritte Gruppe, für die leider auch gilt, was ich über die vorher aufgeführte Gruppe gesagt habe. Allerdings bieten sie, solange sie aktiv betrieben werden, eine Anlaufadresse für Interessenten, die ein Klubleben suchen.
Die letzte Gruppe sind die Händler, die teilweise umfangreiche Sites aufgebaut haben und diese auch pflegen, weil es ja ihr Geschäftsinteresse ist. Klar, dass dieses Geschäftsinteresse auch die Inhalte bestimmt. So kann man dann z.B. lesen, dass man sich doch bitte an die Originalabfüllungen der Destillerien halten soll, weil dieser spezielle Händler fast nur diese Abfüllungen anbietet.
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